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Hergiswaldbrücke

 

Konzept

Die neue Brücke verhält sich zum Bach ähnlich wie die Alte: zwei Widerlagerkörper befestigen den Hang und werden an ihren Füssen durch Uferverbauungen geschützt. Die Widerlager tragen ein hölzernes Sprengwerk. Sie stützen sich über schräge Mikrobohrpfähle in die unverwitterte Molasse ab.

 

Das allseits verschalte Sprengwerk in Holz bietet einen ausgezeichneten konstruktiven Holzschutz. Die Brücke erscheint bis hin in die Brüstungen als hölzerner Körper, der gut mit der bestehenden Brücke harmoniert. Die Sicht auf die alte Brücke von 1791 wird weder verdeckt noch im Volumen konkurrenziert. Das Bett des Renggbaches wird mit dem neuen Uferschutz leicht erweitert. Die Verschalung des Holztragwerkes verweist mit Ihrer (auch konstruktiv begründeten) Abstufung in Oberbau und Streben auf das Funktionsprinzip des Tragwerks. Die Verkleidungen werden im Laufe der Zeit die Farbigkeit der alten Brücke annehmen.

 

Das Sprengwerk ist materialsparend, montagefreundlich, besitzt konstruktiv einfache Details und ist deshalb unterhaltsarm und dauerhaft.

 

Träger und Streben bestehen aus wasserfest verleimtem Brettschichtholz in Fichte/Tanne. Die Längsträger können in einem Stück produziert und transportiert werden.

 

Alle Tragwerksteile sind vor Meteor- und Spritzwasser geschützt und gut umlüftet. Auf chemischen Holzschutz wird verzichtet. Die Untersicht der Streben wird luftdurchlässig verschalt. Eventuell über die nahe Sperre schiessendes Schwemmholz kann sich nicht verfangen. In Feldmitte bleibt die Untersicht offen, um eine gute Belüftung sicherzustellen.

 

Verschleissschichten schützen die Abdichtungen und deren Unterkonstruktionen. Sie können ohne Eingriffe ins Tragwerk ersetzt werden. Die mechanisch beanspruchten Brüstungsverkleidungen sowie die Leitschranken mit kürzerer Lebenserwartung sind einfach zu ersetzen.

 

Dem Einsatz von Tausalz steht aus konstruktiver Sicht nichts entgegen, weil sich Holz diesbezüglich neutral verhält. Die wenigen ausgesetzten Stahlteile bestehen aus Edelstahl. Die statisch wichtigen Verbindungsmittel sind vor salzhaltigem Wasser geschützt.

 

Durch den Einsatz bewährter Materialien mit unbehandelten Holzoberflächen und gutem konstruktivem Holzschutz werden geringe Unterhaltsarbeiten anfallen.

 

Holz

Der konisch geschnittene Stoss zwischen Streben und Riegel besitzt genügend Querschnittsfläche, um die Normalkräfte über das Stirnholz übertragen zu können. Zur Knickstabilisierung sind zwei seitliche Aufdoppelungen der Streben mit dem Mittelstück verleimt.

 

Die sechs parallel angeordneten Sprengwerke tragen eine hölzerne Fahrbahnplatte. Diese ist wesentlich leichter als eine Betonplatte, was zu Einsparungen an den Hauptträgern und den Fundationen führt.

 

Die Stabilisierung des Tragwerkes erfolgt durch die Fahrbahnplatte, die als Scheibe ausgebildet wird. Zwischen den einzelnen Sprengwerken werden stabilisierende Ausfachungen angebracht. Die aufgelöste Ausführung ermöglicht die Längsbelüftung Durch die paarweise Anordnung können sich die Brettschichtholzträger infolge Feuchtwechsel ungehindert bewegen.

 

Die Streben werden auf den Betonfundamenten fest gelagert. Die Träger werden auf dem Widerlager mit beweglichen Lagern versehen, damit Längenänderungen der Fahrbahn keine Zwängungen bewirken.

 

Bauvorgang

Der Bau der oberen Partien der Widerlager erfolgt in offener Baugrube. Unterhalb wird die steilere Böschung mit Spritzbeton gesichert.

 

Die sechs Sprengwerke werden auf dem Areal unmittelbar neben der Brückeneinbaustelle zusammengebaut und mit einem Autokran auf die Widerlager gesetzt. Bei den ersten Sprengwerken ist eine horizontale Abspannung mit Seilen zur Kippsicherung erforderlich. Das Gesamtgewicht eines Sprengwerkes liegt bei 20 t. Durch diesen Montagevorgang kann auf Gerüste oder Hilfskonstruktionen im Bachbett verzichtet werden.

 

Die Abdichtungen und Verkleidungen werden vor Ort montiert.

 

Auf der Baustelle werden alle Verbindungen mechanisch mit Schrauben und Stabdübeln ausgeführt, Leimverbindungen werden nur im Werk hergestellt.

 

Sämtliche Leitungen sind an einem trockenen Standort untergebracht und beeinflussen oder benetzen bei Kondensatbildung das Tragwerk nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hergiswaldbrücke

Wettbewerb

Hergiswald 2009

 

Ingenieure:

Conzett Bronzini Gartmann AG

 

Architekten:

Aita Flury, Roger Boltshauser