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Ausgangslage

Der Wettbewerbsperimeter ist durch seine privilegierte Lage in Aarau-Rohr im Schulhausareal rund um den Kirchweg gekennzeichnet: Gemeindehaus, Kindergarten Brunnbach, Auenhalle, Stäpflischulhaus, evang. reformierte Kirche und die Turnhalle formieren einen über die Zeiten gewachsenen, räumlich gefassten und gleichzeitig offenen, weiten Hof-Grünraum. Die Gebäude zeigen durch ihre unterschiedlichen Baukörper, Höhen und Materialisierung einen heterogenen Ausdruck, der sich auch in unterschiedlichen Aussenraum-Teilflächen (organisch, orthogonal oder polygonal) widerspiegelt. Trotzdem eignet dem umfassten und gleichzeitig durchlässigen Raum eine angenehm ruhige Atmosphäre an, die vor allem dem alten Baumbestand, der alle Teilbereiche zusammenbindet, zuzuschreiben ist.

 

Der neue Kiga, die neue FuSTA

Baukörper

Das geforderte Raumprogramm wird in zwei Baukörper aufgeteilt: Der neue KIGA als 1- bis 11/2-geschossiger, längsrechteckiger Bau bildet zusammen mit der 2-geschossigen Punktbaute von Krippe/Hort eine Reihung, die sich an der Hinterdorfstrasse ausrichtet und so leicht abgedreht zur Turnhalle zu stehen kommt. Das feine Abkippen und die Portionierung der Baumasse auf zwei Volumen folgen im Grundriss der Logik der vorhandenen „Hofabwicklung“: Einzelne leicht zueinander verdrehte Baukörper, die sich am jeweiligen, äusseren Strassenverlauf orientieren.

In der vertikalen Entwicklung wird die (durch die programmbedingte Flachheit!) 1- 11/2-geschossige Kindergartenbaute als Teil des niederfloorigen Hofaussenraums interpretiert, währenddem die 2-geschossige FuSTA den Kopfbau der Reihe bildet und zusammen mit Turnhalle und Post den äusseren Gebäudekranz komplettiert.

 

Die neuen Baukörper sind einfach und kubisch gehalten und spielen so mit dem blockhaften Turnhallengebäude zusammen. Im Gegensatz zu diesem zeigen ihre Abwicklungen aber feine Modulationen, die Gebäude und Umraum miteinander verzahnen:

Das neue Kiga-Gebäude ist geprägt von seiner silhouettenbildenen Abwicklung, welche die innere Schnittidee der unterschiedlichen Raumhöhen anzeigt. In der Horizontalen unterstützen die eingezogenen (gedeckten) Bereiche zudem die Erfahrbarkeit der Einheiten. Vertikale als auch horizontale Rhythmisierung stehen im Dienst von Masstäblichkeit, Verortung und Identifikation.

Der kompakt organisierte FuSTA-Baukörper verzahnt sich über seine ganze südliche Gebäudebreite mittels kräftiger Loggia mit dem Aussenraum.

 

Aussenraum/Erschliessung

Die gewählte Anordnung der Baukörper ermöglicht eine direkte Verklammerung von Aussenraum und Gebäude.

Das Kiga Gebäude wird in der Logik der anderen Schulhausbauten über den gemeinsamen Hofraum erschlossen: Der der Turnhalle vorgelagerte Platz wird mit einer dritten Baumgruppe ergänzt und bis an die neue Kiga-Struktur erweitert. Über ihre südlich vorgelagerten Aussenräume werden die einzelnen Kiga Einheiten erschlossen.

Das FuSTA-Gebäude wird über die Hinterdorfstrasse erschlossen, der dazugehörende Aussenraum ist aber in der Logik des Kiga-Aussenraums ebenfalls nach Süden orientiert und wird jeweils direkt aus den Haupträumen erreicht - aus dem Hort führt eine Wendeltreppe direkt in den Garten - die Treppe wird als „Spielplatzobjekt“ interpretiert. Die behindertengerechte Erschliessung Aussenraum-Hort ist mittels Lift möglich.

 

Innere Organisation/Bewegung

Die einzelnen Kiga-Einheiten werden ohne gemeinsamen Korridor kompakt aneinandergereiht. Bei Bedarf können die drei Einheiten aber über grosse Schiebetüren in den Gruppenräumen zusammengeschaltet werden. Gruppenraum im Norden und der Hauptraum im Süden sind über eine raumbreite Faltwand ebenfalls zusammenschliessbar. Der Hauptraum ist geprägt von seiner Überhöhe und der zweiseitigen Belichtung, die für eine angenehme Lichtstimmung ohne Gegenlichtsituationen sorgt.

 Das FuSTA-Gebäude ist um ein kleines, zentrales „Impluvium“ (Atrium) herum organisiert – dieses garantiert eine optimale Belichtung des tiefen Baukörpers, ermöglicht den Bezug zwischen den beiden Geschossen und führt zu einer kreisenden, zentrierten Erschliessungsbewegung der beiden Einheiten Hort und Krippe.

 

Erweiterung

Die vorgesehene Disposition ermöglicht eine Erweiterung des zweigeschossigen Fusta-Gebäudes nach Osten von rund 700.00m2 – eine nicht unerhebliche Landreserve, die für spätere Nutzungen freigespielt ist.

 

Konstruktion

Für die Neubauten der Gesamtanlage Kiga und FuSTA wird ein vorfabrizierter Holzbau vorgeschlagen - dieser erfüllt alle Anforderungen an eine nachhaltige Bauweise und ist energie- und kostenoptimiert. 

Das Tragwerk der Dächer besteht aus Brettstapelelementen, die auf den Innen- und Aussenwänden aus Holz auflagern. Wo notwendig werden in den vorfabrizierten Aussenwänden Fensterüberzüge in Form von Brettschichtholzträgern integriert - diese fangen die Deckenlasten ab und leiten die Vertikallasten in die Brettschichtholzstützen, die neben den Fenstern angeordnet sind. Diese Stützen leiten die Kräfte in die Stahlbetonfundation (Bodenplatte) ab.

Das statische System für die Geschossdecken (FuSTA) funktioniert analog dem Dachtragwerk. Anders als im Dach, wird hier eine Holz-Beton-Verbundecke vorgeschlagen. Dieses Verbundsystem verschafft dem Bauwerk sehr gute Schallschutzwerte im Tieftonbereich, führt zu sehr schlanken Deckenstärken und ist äusserst kosteneffizient.

Zur Verankerung von Wind- und Erdbebenkräften wird über den Brettstapelelementen im Dach eine OSB-Platte als Scheibe verklammert - diese wird an die inneren Trennwände angeschlossen.

 

Materialität

Den beiden einfachen kubischen Baukörpern eignet innen und aussen durch die Holzbauweise und ihren Verkleidungsthemen eine haptische, sinnliche Atmosphäre an (im Gegensatz zum kalten Glaskörper der Turnhalle!) - dadurch werden sie für die Kinder aneigenbar.

Die tektonische Ausformulierung der Bauteile, der Fügungen, der Verkleidungstypen, der dezenten Farbigkeit werden für die Ausarbeitung wesentliche Aspekte - Faktoren die massgeblich die Atmosphäre der neuen Räume prägen werden.

Kiga und FuSTA Aarau

Wettbewerb 1.Preis

Aarau 2015

 

Architektin:     

Aita Flury

 

Landschaftsarchitekten:

Müller Illien

Landschaftsarchitekten GmbH

 

Publikation:

Aargauer Zeitung 29.04.2015


AitaFluryKonstantinidis

Aris Konstantinidis - Archäologisches Museum Ioannina