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Erneuerung und Erweiterung Tierparkrestaurant Dählhölzli Bern

 

Situation

Das bestehende Tierpark Restaurant Dählhölzli steht parallel zur Aare und ist gleichzeitig von dieser möglichst abgerückt, sodass die Gartenterrasse mit ihrem eindrücklichen Baumbestand die längstmögliche Abwicklung zum Flussraum bekommt. Diese Idee soll in der Erweiterung beibehalten werden: Der neue Pavillon wird ebenfalls möglichst weit zurückgerückt, sodass die dem Flussraum folgende Gartenterrasse mit ihrem Baumkörper an vorderster Lage immer noch über die gesamte Länge in Erscheinung tritt.

 

Um dies zu ermöglichen wird der neue längsrechteckige Pavillon in die Nähe des Bestandesbaus gerückt und über eine Verbindungshalle scharnierartig mit diesem verbunden. Eine solche gelenkige Zusammenbindung zweier Gebäudeteile ist eine durchaus modernistische Idee und respektiert in diesem Sinne die Grundanlagen des Hauptbaus vollumfänglich. Die beiden Gebäude sind so typologisch adäquat verbunden und der neue Baukörper wird gleichzeitig als eigenständiges Volumen wahrgenommen.

 

Währenddem die Geometrie der Verbindungshalle aus dem Hauptbau heraus bestimmt ist, wird der Baukörper des neuen Pavillons leicht abgedreht, in der zweiten vor Ort vorgefundenen Richtung: Bereits das alte Kioskgebäude hat mit seiner leichten Abdrehung vom Hauptbau auf den sanften Schwung des Aarelaufs reagiert. Das neue Pavillongebäude kommt damit orthogonal zum Pelikanbecken zu stehen und fasst dieses nun räumlich: die Südfassade folgt der Hochwasserschutzmauer, deren Geometrie im nordöstlichen Bereich auf den Gebäudeverlauf hin korrigiert wird. Durch die Setzung des Baukörpers „auf die Mauer“ wird der Überecksituation Respekt gezollt, die eine gleichzeitige Berücksichtigung der Aussicht auf Aare/Gartenwirtschaft und Pelikanbecken erfordert.

 

Zur Aare/Gartenwirtschaft hin wird das Gebäude zusätzlich über ein weitausladendes Dach akzentuiert, das auf den schwebenden Loggiavorbau und die Vordächer des Hauptbaus verweist. Insgesamt sucht der Pavillon nach dem proportionalen Taktmass, das ihn in Beziehung zum Hauptbau setzt ohne analog zu werden, ohne seine zeitgemässe Eigenständigkeit zu verlieren.

 

Die Gartenwirtschaft besteht aus 3 chaussierten Feldern (Tischbereiche) die von Natursteinplattenbändern (Gehbereiche, sowie gedeckte Tischbereiche) eingefasst sind. Diese Grundgeometrie ist so auf die Baum- und Leuchtengeometrie abgestimmt, dass diese unangetastet bleibt.  

 

 

Gastronomie

Free Flow

Der Free Flow im Hauptbau wird auf Grund der Gebäudestruktur so konzipiert, dass er auf 2 Seiten über Kassen zu verlassen ist. Dies ermöglicht auf der einen Seite die direkte Anbindung Innenbereich Hauptbau, auf der anderen Seite kann man über die neue Verbindungshalle entweder in den Erweiterungsbau oder in den Freiraum gelangen.

Im warmen Free Flow Teil kann eine Endfertigung vorgenommen werden. Zentrales Element des Free Flows ist das Mittelbuffet, das multifunktional benutzt werden kann, von Frühstück bis zum Dessert. Für Warm- und Kaltgetränke steht entlang der Fassade ein eigenes Buffet zur Verfügung. Die Kassen sind als Doppelkassen ausgestattet, durch die verringerte Breite kann in schwachen Zeiten die Kasse von 1 Person bedient werden, möglicherweise sogar in der Bedienung beider Kassenlinien.

 

Erweiterungsbau

Die Organisation des Grundrisses um den aus der Mitte gerückten Kern mit den  dienenden Räumen erlaubt eine problemlose Unterteilung des Gastraumes in zwei separate Bereiche. Diese rotierende Anordnung ermöglicht mit knappsten Mitteln eine optimale Erschliessung aller Räume.

 

Aussenraum

Die drei chaussierten Flächen weisen unterschiedliche Gastrobereiche auf: der westliche Bereich wird mit einer Mauer in der Höhe der Hochwasserschutzmauer umgrenzt und ist wie bereits heute dem bedienten Teil vorbehalten. Der mittlere Bereich wird zur Aare hin mit zwei Feuerstellen an der Hochwasserschutzmauer als Picknick-Grillbereich eingerichtet. Der hintere Bereich zum Hauptgebäude hin ist dem Self-Service vorbehalten, genau so die östliche chaussierte Fläche zum Pelikanbecken hin.

 

Haustechnik

Heizung

Die Heizenergie wird ab dem Haupthaus bezogen. In der Technikzentrale Neubau wird ein Heizverteiler mit den Gruppen Raumheizung und Lüftung aufgebaut. Die Raumheizung erfolgt über Heizkörper, die schnell regelbar auf wechselnde Raumlasten reagieren.

 

Lüftung

Die Lüftungsanlage für den Neubau muss vollständig neu aufgebaut werden. Die Luftaufbereitung (Monobloc) wird auf das Flachdach aufgestellt, mit direkten Anschlüssen (Lufterhitzer, usw.) von unten aus der Technikzentrale. So werden Energieverluste minimiert. Die Luftaufbereitung ist ausgerüstet mit Energierückgewinnung nach gültigen Vorschriften und drehzahlregelbaren Ventilatoren. Die Zuluftverteilung erfolgt an der Decke des Restaurants mit Deckenluftauslässen, die Abluft wird im Bereich des Kerns abgesaugt. Der Bereich Abwaschen wird mit einer effizienten Ablufthaube ausgerüstet. Die Lüftung kann optional mit Freecooling ab der bestehenden Grundwasserversorgung ausgerüstet werden.

 

Sanitär

Die Zuleitungen Kaltwasser, Kaltwasser enthärtet/Osmose und Warmwasser mit Zirkulation erfolgen ab dem Hauptgebäude. Im Technikraum sind die Unterstationen aufgebaut. Ab dem Technikraum werden die sanitären Apparate mit Warm- und Kaltwasser erschlossen. Die Entwässerung kann im natürlichen Gefälle erfolgen.

 

Tragwerk

Statisch – konstruktives Konzept

Das eingeschossige Erweiterungsgebäude ist ein Betonbau mit einem stabilisierenden Kern und einem umlaufenden Stützenkranz. Das Tragwerk des Vordachs besteht aus einer Platte in Brettstapelbauweise; sie ist thermisch von der übrigen Tragkonstruktion getrennt. Das Gebäude ist mit einer Bodenplatte und umlaufenden Frostriegeln in die siltigen Sandschichten fundiert. Je nach humosem Anteil des Baugrunds ist lokal ein Materialersatz nötig. Unter normalen Grundwasserverhältnissen bleibt die Baugrube trocken.

 

Der Massivbau weist genügend Gewicht auf, um auch dem Auftrieb eines aussergewöhnlichen Hochwassers zu widerstehen. Über dem L-förmigen Hauptraum besteht die Dachkonstruktion aus einer Kassettendecke. Damit wird den aufgrund des Grundrisses unterschiedlichen Haupttragrichtungen Rechnung getragen. Die teilweise sichtbare Konstruktion trägt zur gewünschten festlichen und eleganten Raumwirkung bei.

 

Das Vordach aus einer Brettstapeldecke „balanciert“ auf dem Randträger des Betontragwerks. Es wird auf wärmedämmenden Elastomerstreifen gelagert und an seinem rückwärtigen Ende mit Edelstahlbewehrungen gegen Abheben verankert; dadurch sind die Durchdringungen der Wärmedämmschicht minimiert. Bei Feuchtewechseln des Aussenklimas ermöglichen die zahlreichen Fugen der Brettstapeldecke ein ungehindertes Schwinden und Quellen der einzelnen Holzbretter.

 

Fassade

Die grossen Fensterschiebetüren und die patinierte Baubronzefassadenverkleidung verleihen dem neuen Pavillon eine „dunkle Eleganz“ die zum dunklen Schindelkleid/Loggiavorbau des Hauptbaus vermittelt.

 

Tierparkrestaurant Daehlhoelzli Bern

Wettbewerb 2016

 

Architektin:

Aita Flury

 

Ingenieure:

Conzett Bronzini Partner AG

 

Landschaftsarchitekten:

Müller Illien Landschaftsarchitekten GmbH

 

Gastroplaner:

Gaplan GmbH


UpperLawnPavillon

Upper Lawn Pavilion

Alison + Peter Smithson 1962